Ziele setzen – so klappt´s im neuen Jahr

Das Jahresabschluss-Ritual rückt immer näher: „Meine guten Vorsätze (Ziele) für das neue Jahr.“ Und wir alle kennen Menschen, die spätestens am 27.Januar frustriert das Folge-Ritual erleben: „Ich breche die guten Vorsätze“.

Wäre es nicht schöner, wenn wir erfolgreich in das neue Jahr starten würden?

Ziele – Verbindlichkeit der Zielsetzungen

Die Fachbegriffe lauten „Machbarkeit“ und „Wünschbarkeit“. Daraus ergibt sich für uns die „Verbindlichkeit“ mit der wir ein Ziel verinnerlichen. Daraus entsteht ein Antriebsmoment, eine Selbst-Motivation.
(vgl. Heckhausen und Kuhl 1985, From wishes to action: The dead ends and short cuts on the long way to action, MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften)

Ein Wort zwischendrin

Jeder Mensch ist einzigartig, jeder Mensch hat SEINEN Weg und seine individuelle Geschwindigkeit mit der er Dinge anpackt. Was ich hier in einem kurzen Aufsatz schildere kann bei einem  Menschen in drei Monaten umgesetzt sein, ein anderer Mensch braucht vielleicht Jahre. Nichtsdestotrotz können Beide schon heute den ersten Schritt tun.

Wie können wir uns selbst motivieren – unsere Vorsätze oder Ziele verbindlicher werden lassen? Die Frage müsste eigentlich lauten „Welche Ziele haben für uns eine besonders hohe Verbindlichkeit?“ Diese Frage ist einfacher zu beantworten: Alle positiv formulierten Ziele, bzw. Zustandsbeschreibungen, bei denen sich unsere „Seele“ wohlfühlt, sind solche selbstmotivierenden Ziele.

Ziele – natürliche Selbstverständlichkeit

Kleine Kinder haben´s da leicht: Sie haben ein gutes Gespür darüber, wer sie sind und welche Rollen sie einnehmen: „Kind von Mama und Papa“, „bester Freund von Jonas“, „Vorschulkind“ – und beim Spiel werden Sie zum „Feuerwehmann, „Papa“, „Dinosaurier“ „Koch“ oder „Abenteuer“. Kinder wissen genau: „Wenn ich groß bin, werde ich …“ Kinder spielen und entwickeln also erstrebenswerte Rollen und Zustände. Unser Umgang mit Zielen sollte ähnlich entspannt sein.

Be-Ziele

Zusammenhang zwischen Wunsch Ist sowie Now- Do- und Be- Zielen

Der Fachbegriff lautet „Be“-Ziele. Das Finden und Formulieren von passenden Be-Zielen ist die Basis für Erfolg! Be-Ziele formuliert man so: „Ich werde … sein.“.

Das sind Ziele, die uns von unserem jetzigen – vielleicht unbefriedigendem – Sein hin zu einem – für uns erstrebenswertem –  neuen Sein weiterentwickeln können.
(Das zugrunde liegende, wissenschaftliche Modell nennt sich „Zielhierarchien“. Es unterscheidet Be-Ziele, Do-Ziele und Motorcontrol-Ziele. Gabriele Oettingen beschreibt gemeinsam mit Peter M. Gollwitzer die Theorie z.B. in dem Aufsatz „Theorie der modernen Zielpychologie )

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Be-Ziele: Praxis

Wer sie sein wollen bestimmen sie selbst: Polizist, Unternehmer, Elternteil (Mutter/Vater), Lebensretter, Präsident, Experte für …, Fernsehstar, Marathonläufer, usw. Je näher dieser Wunsch an ihren natürlichen Potential liegt, desto entspannter erreichen Sie Ihr Ziel. Hauptproblem: „Steht es mir eigentlich zu, … anzustreben? Was sind eigentlich meine natürlichen Potentiale?“

Aus meiner Coaching-Erfahrung weiß, ich dass dieser Schritt für viele Menschen sehr schwer ist. Warum? Weil ihnen viele gutmeinende Menschen – Eltern, Lehrer, Freunde Autoritäten immer wieder „die Flügel gestutzt“ haben. Den Mut zu haben, derjenige zu werden, der man sein sollte – das ist leider für sehr viele Menschen kaum vorstellbar.

Wenn nun diese Be-Ziele Ihrer Seele gut tun, dann entwickeln diese Ziele ein sehr großes Antriebsmoment.

Falls dieses Ziel kein großes Antriebsmoment entwickelt, dann könnte es sein, dass dieses Ziel (noch) nicht zu ihnen passt (sie also ein anderes Be-Ziel finden sollten).[customcontact form=1]

Do-Ziele

Es ist klar: Zwischen den Be-Zielen und unserem Ist-Sein klafft eine Lücke. Diese Lücke zu schliessen ist unser Job. Dazu müssen wir viele Aufgaben erledigen, die teilweise nacheinander abgearbeitet werden müssen, teilweise nebeneinander abgearbeitet werden können.

Der Fachbegriff lautet hierfür lautet „Netzplan“. (Anmerkung: Projektmanger verwenden sogenannte Projektablaufpläne. Das Planen von Do-Zielen entspricht im Wesentlichen dem Erstellen eines Projektablaufplans)

Do-Ziele: Beispiel für ein Aufgabennetz

„Feuerwehmann will er werden, der kleine Grisu. Was sind die Eigenschaften eines Feuerwehrmanns? Körperliche Fitness, Teamfähigkeit, Übung, Zuverlässigkeit, ein wenig Abenteuerlust, und noch anderes. Der kleine Grisu hat jedoch noch Lücken bei der Teamfähigkeit, beim Training und bei der Fitness. Daraus ergeben sich die Aufgabenketten: Fit werden, Teamfähigkeit entwickeln und der Umgang mit der Feuerwehr-Ausrüstung. Um z.B. Fit zu werden muss er einen Trainingsplan aufstellen, regelmäßig Sport treiben und seinen Trainingsfortschritt und seine Gesundheit überwachen. Das muss er solange tun, bis er Fit genug ist, um die Aufnahmeprüfung zu bestehen.

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Do-Ziele sind sozusagen die Sproßen auf der Leiter zu unserem Be-Ziel.

Now-Ziele

Warum ist das dieses Konzept der Zielhirarchie eigentlich so erfolgreich?

  1. Wir geben uns langfristige Ziele, die absolut wünschenswert und machbar sind.
    (Be-Ziele)
  2. Wir beschreiben die notwendigen Schritte hin zu unserem Wunsch.
    (Do-Ziele)
  3. Jetzt sind ganz automatisch Aufgaben entstanden, die wir sofort (Now) erledigt können. (Now-Ziele)

Now-Ziele sind Aufgaben, die am Anfang der Aufgabenketten zu tun sind. Nichts steht jetzt mehr im Weg, diese Aufgaben jetzt anzupacken. Diese Now-Ziele (Aufgaben) sind klein, machbar und sie führen zu einem absolut wünschenswerten Ziel. Auch bei wenig Selbstmotivation können wir so anfangen unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen

Now-Ziele vernichten Do_Ziele

Da wir unsere Do-Ziele in Aufgabenketten organisiert haben, steht nach der Erledigung einer Aufgabe eine weitere Aufgabe in der Kette. Diese neue Aufgabe, kann ich eigentlich auch sofort tun. Damit wird aus dieser Aufgabe (Do-Ziel) eine sofort erledigbare Aufgabe (Now-Ziel). Somit verkleinert jede erledigte Aufgabe die  Lücke zwischen meinem Ist-Zustand und meinem Traum.

„Derjenige, der den Berg abtrug, hat mit kleinen Steinen angefangen.“ (China)
Seit den alten Chinesen hat sich nichts an dieser Tatsache geändert. Heute tragen wir keine Berge mehr ab, deshalb: „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“(Franz von Assisi)

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Nachtrag. Doch die falsche Richtung eingeschlagen?

Ziel-Profis wissen, dass Sie auch auf dem Holzweg landen können. Wir kennen heute gebrochene Lebensläufe, falsche berufliche und pritvate Entscheidungen, die Menschen in schwierige Situationen gebracht haben. Das gehört zum Leben dazu – hören wir also nicht auf die perfekten Menschen, die niemals Fehler machen.

Was also tun? Albert Einstein hat es auf den Punkt gebracht: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Packen wir also die richtigen Dinge in der richtigen Reihenfolge an.

PS: Mehr Infos zum Thema „Business Coaching“ oder  schreiben Sie mir doch Ihre Gedanken zum Thema Ziele.

2 Gedanken zu „Ziele setzen – so klappt´s im neuen Jahr

  1. Ich habe gerade etwas müd den Beitrag überflogen.
    Da sind viele gute Dinge drin. Die gehören mal in Ruhe gelesen.
    Ich habe für 2012 keine Vorsätze zum Jahrewechsel formuliert. Das werde ich mal unabhängig vom Kalender machen.
    Ich glaube da eher an magische Momente denn als an den Kalender.

    Vielen Dank für Inspiration

    Dieter Müller

  2. Natürlich braucht man ein gutes Zeitmanagement und einen Zeitplan, aber ich komme gut damit klar, dass ich Anstehendes einfach tun, weniger darüber nachdenken, einfach tun. 😉

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